Mittwoch, 19. März 2008
Akzeptieren, dass es das Ideal nicht zu finden gibt oder doch weiter suchen? Akzeptieren, was passiert ist und schweigen oder doch aufschreien, immer wieder und wieder?
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Dienstag, 18. März 2008
Ich wurde heute von einer der "Zwischendurchbeziehungen" meiner "Freundin" angeschrieben, dass ich jetzt "aufhören könne zu heulen", weil er die zusammengeschnittenen Bilder, auf denen sie mit ihm rumleckte, von Youtube gelöscht hätte. Zunächst fand ich es profan, dass er Bilder bei Youtube hochläd, auf denen die beiden rummachen, bis ich mich dann zurück erinnerte, dass ich das selbe tat.
Als ich kürzlich bei ihr war, fand ich einen Brief einer ihrer anderen "Zwischendurchbeziehungen". Viele Seiten umfasste der Brief und handelte hauptsächlich davon, wie schön die gemeinsame Zeit war, wie schrecklich er sie vermisse, wie sehr er sie liebe und wie oft er über Selbstmord nachdenke, weil sie nicht zusammen sein können. Zunächst fand ich es lächerlich, bis ich ein paar Seiten in meinem eigenen Geschriebenen zurückblätterte und dort das gleiche stand.
Vor kurzem schlief ich in ihrem neuen Bett in ihrer Wohnung. Links neben mir lag ein Teddybär, den hatte ich ihr vor fast zwei Jahren geschenkt. Neben dem Teddybär lag ein Kuscheltierschaf. Das Schaf hatte sie von einer "Zwischendurchbeziehung" geschenkt bekommen, wahrscheinlich drei oder vier Wochen früher. Sie lag rechts neben mir und schlief. Das Bett war neu, einige Wochen früher hatte an der Stelle an der ich lag eine "Zwischendurchbeziehung" gelegen. Ein paar Tage früher eine andere "Zwischendurchbeziehung".
Am nächsten Morgen musste sie zur Schule. Ich machte ihren Computer an, um Musik zu hören. Es gab eine "Max" Playlist. Unter meiner Playlist gab es eine "S." Playlist.
Auf dem Desktophintergrundbild war ich zu sehen. Und sie. Sie küsste mich und sah glücklich aus. In ihrem Bilderordner war ein Bild von einer ihrer "Zwischendurchbeziehung". Er wurde auch von ihr geküsst. Auch auf diesem Bild sah sie glücklich aus. Im selben Bilderordner war ein Bild auf dem sie mit ihm auf dem Boden vor dem Ofen saß und darauf wartete bis das Essen fertig ist. Genauso saß sie am Abend vorher mit mir vor dem Ofen und wartete darauf bis das Essen fertig war.
Als ich vor zwei Monaten bei ihr war um sie für mich zurück zu gewinnen, lud ich sie ins Kino ein. Ich wollte unbedingt mit ihr einen bestimmten Film sehen. Sie wollte den Film nicht sehen. Stattdessen sagte sie mir, dass sie mich nicht liebt, dass wir nie wieder zusammen sein werden und dass es nicht funktioniert und niemals funktionieren werde. Ein Wochenende danach ging sie mit einer "Zwischendurchbeziehung" ins Kino, um mit ihm den Film zu sehen. Sie schrieb ihm auch einen Brief. Ich habe bis heute keinen Brief bekommen.
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Sonntag, 24. Februar 2008
Leicht war es, das letzte halbe Jahr über sie zu schreiben. Ich gab mir viel Mühe bei der Wahrheit zu bleiben, wenn ich über sie und uns schrieb. Sicherlich ist das, was ich geschrieben habe, meine Seite der Wahrheit und daher hier und da mal etwas weniger und mal etwas mehr verzerrt. Das kann man mir vorhalten, jedoch kommt es in einer Beziehung doch letztlich auch nur darauf an, wie das Verhalten des Einen beim Anderen ankommt.
Wie gesagt, leicht war es über sie und uns zu schreiben. Heute ist es nicht mehr so leicht, denn jetzt kann ich nicht mehr ihr die Schuld geben. Ganz im Gegenteil. Die Möglichkeit, die mir völlig unwahrscheinlich schien, ist eingetreten. Wir sind wieder "zusammen".
Die Anführungsstriche sollen übrigens meine starke Abneigung zu diesem offiziell-zusammen-und-nicht-zusammen-sein Schwachsinn zum Ausdruck bringen. Meiner Meinung nach sollten sich diese gewissen Verhaltensweisen, die sich in einer Partnerschaft mehr oder weniger selbstständig und selbstverständlich ergeben, nicht nach dieser dämlichen Angewohnheit, die Beziehung in einen gesellschaftlichen Status zu zwängen, richten. Ich kann dem Umstand, dass es gesellschaftlich akzeptiert wird, sobald zwei Menschen nicht "offiziell zusammen" sind, beide keine weiteren Verpflichtungen für den anderen haben, nicht beipflichten. "Wenn die nich zusammen sind, dann könn' die doch jeden poppen, den die wollen, weil die betrügen den anderen ja dann nich", schreit der Pöbel. Ja, sicher. Der eine betrügt den anderen nicht. Dass sich der Nichtbetrogene jedoch in seinen Gefühlen und Hoffnungen dennoch betrogen fühlt, das zählt offiziell nicht.
Aber gut, wir sind wieder "zusammen". Am liebsten würde ich in Zukunft grundsätzlich verneinen, wenn ich gefragt werde ob wir "zusammen" sind und stattdessen sagen: "Nein, wir sind nicht zusammen, wir lieben uns." Damit komme ich nun auch wieder zum eigentlichen Gedanken dieses Beitrags: Ich bin mir nicht mehr sicher.
Diese Worte aufgeschrieben zu sehen, regt mich über mich selbst auf. Diese Worte sehen aus, als hätte sie jemand ausgekotzt, der zu dumm ist über etwas nachzudenken. Nun hoffe ich wenigstens von mir behaupten zu dürfen, dass ich mir Gedanken gemacht habe... ob es nun die richtigen Gedanken waren, ist wohl eine andere Frage.
Ein Ausschnitt meiner Sorgen, wie ein Stück Torf aus einem großen Gedankensumpf, ist wohl die Vergangenheit: Wir hatten ständig Streit und - für jeden offensichtlich - ein Problem. Leider hat bis heute niemand, auch nicht wir beide, verstanden, was das für ein Problem war. Was ist, wenn das wiederkommt? Sie hat mich verlassen. Sie ist weggerannt. Sie hat mich extrem mieß behandelt und mich anschließend regelrecht verarscht. Dazu kommt, dass sie mit meinen Gefühlen gespielt hat, dass das mit Absicht geschehen ist, will ich ihr jedoch nicht vorwerfen. Das wohl schwierigste Thema für mich ist jedoch der Umstand, dass sie es in dem halben Jahr am Umgang mit anderen Typen nicht mangeln lassen hat, ganz im Gegenteil: Das Spektrum, das sie abgedeckt hat, reicht vom sinnlosen Fick über die freundschaftliche Fickbeziehung bis hin zum "Ich weiß, dass er sich in mich verliebt hat, aber ich will doch eigentlich nur ficken". Dazu kommt, dass es nicht sie war, die zu mir zurück gekommen ist, sondern ich derjenige war, der sie angerufen hat. Noch vor weniger als zwei Monaten war ich bei ihr und damals war da nichts mehr. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel und woher soll ich wissen, dass es nicht eine ihrer Phasen ist, die sich morgen wieder ändert? Obendrauf werfen wir nun noch meine eigene Scheiße: Ich habe sie betrogen und außerdem wäre da noch meine Unfähigkeit ihr zu vertrauen und die daraus resultierende extreme Eifersucht und fertig ist der Altlastenscheißekuchen.
Das alles reicht zwar schon um einer Beziehung nicht die aller besten Vorraussetzungen auf Erfolg zuzusprechen, allerdings kommen jetzt noch die Aussichten in die Zukunft: Mehrere Jahre werden wir in einer Fernbeziehung leben müssen, drei Halbjahre davon sogar in absoluter Fernbeziehung, also nichts mit mal eben am Wochenende rüberfahren. Der Gedanke, dass sie ein Problem damit hat allein zu sein und dass in den langen Zeiten, die wir nicht beeindander sein können, all die Typen mit denen sie sich im letzten halben Jahr vergnügt hat, ihr wesentlich näher sein werden als ich, beruhigt nicht wirklich. "Ich habe mich mit ihnen gut verstanden und es war mehr als Freundschaft" tut weh beim hören, macht mir aber nun nicht unbedingt mehr Sorgen als Typen, mit denen sie täglich Kontakt hat, nämlich folgende: "Ja, er wollte was von mir, aber er hat jetzt ne Freundin und nun sind wir nur Freunde".
Um nun zum Ende zu kommen: All das zerreißt mich innerlich aber mit genug Liebe und Optimismus könnten all diese Dinge nur als Hürden gesehen werden. Eine Sache, die ich mir jedoch nicht als Hürde schön reden kann, ist die Tatsache, dass ich in all der Zeit, auch als sie mich verlassen und verarscht hat kein Problem damit hatte zu sagen, dass ich sie liebe. Jetzt ist sie wieder da, das ist es, was ich ich mir ein halbes Jahr gewünscht habe. Aber ob die Person, die zurück gekommen ist noch die Person ist, die ich liebte und immer noch liebe, das weiß ich nicht, da liegt der Grund meiner Unsicherheit. Ich kann ihr nicht sagen, dass ich sie liebe, weil ich nicht weiß ob sie überhaupt die Person ist, die ich liebe.
Leider habe ich es in diesem Beitrag nicht geschafft meine geringschätzende Meinung über mich selbst zum Ausdruck zu bringen. Wie gesagt, es fällt mir wesentlich einfacher ihre Fehler aufzuzeigen, als meine eigenen (ein) zu sehen. Aber innerlich steh ich da und kröne mich selbst zum König der Dummen, der Unüberlegten, der Unentschiedenen... und auch zum König derer, denen man es nie recht machen kann.
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Dienstag, 19. Februar 2008
Einfach ist es nicht. Das war natürlich vorher schon klar. Die Euphorie der ersten Stunden ist verflogen, und meine unterbewussten Zweifel treten nach und nach ans Licht. Fürchterlich schrecklich werde ich in nächster Zeit sein. Bis jetzt hält sie es aus und dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Ich hoffe wirklich, dass sie genug Kraft hat mich für eine ziemlich lange Zeit zu ziehen. Irgendwie ist es nicht sehr beruhigend mein Glück nicht nur in ihr sondern auch allein in ihren Händen zu sehen. Ich traue ihr durchaus zu, dass sie vorher wusste, dass es nicht einfach wird den Scherbenhaufen wieder zusammen zu setzten, zu dem sie mich gemacht hat... aber ich hoffe auch, dass sie bedacht hat, dass es eher Splitter sind, die sie da zusammen setzten muss und dass sie sich an denen wohl auch noch manches mal schneiden wird. Irgendwie vermag ich es gerade nicht viel mehr dazu zu schreiben...
Ich hoffe jedoch sehr stark, dass dieses Blog in ferner Zukunft von sich behaupten darf zunächst über die Schmerzen einer Trennung, dann über die Schwierigkeiten einer Wiedervereinigung, anschließend über die Probleme einer Fernbeziehung und schlußendlich über das Glück einer kleinen Familie berichtet zu haben.
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Freitag, 15. Februar 2008
Die Sonne scheint heute irgendwie wärmer und heller als sonst, so als würde sie ihre Zustimmung geben wollen... aber irgendwie blendet sie auch...
Ein halbes Jahr bin ich ihr hinterher gelaufen, ein halbes Jahr habe ich andere Typen kommen und gehen sehen müssen, ein halbes Jahr habe ich gelitten wegen ihr. Gestern, am Valentinstag, kam sie zu mir und wirft mir die drei Worte ins Gesicht, die ich von ihr als letztes erwartet hätte. Die Worte, die ich so lange vermisst und mir gewünscht hatte trafen mich eher wie ein Schlag ins Gesicht, als eine Liebeserklärung. Wie konnte sie das alles tun, wenn sie mich geliebt hat? Wie konnte sie mir so weh tun und wie konnte sie so unbeschwert von einem zum nächsten rutschen, wenn sich mich "immer geliebt" hat? Wenn sie dazu in der Lage war und mich geliebt hat, warum sollte ich ihr dann jetzt Vertrauen? Soll jetzt alles gut sein?
Da ist er also wieder, der Mensch, den ich so nie wieder finden werde, die Person, der ich so lange nachgetrauert habe und mir so lange Zeit nichts sehnlicher gewünscht habe, als das, was gestern passiert ist. Nun bin ich nicht mehr der Mensch, der sie in die Wüste schickt nur um ihr so weh zu tun, wie sie mir... aber ich bin immernoch der Mensch der große Angst hat. Angst davor, dass sie wieder nur mit mir spielt, so wie in den letzten paar Monaten. Angst, dass sich alles nur wiederholt. Angst, dass der Grund für unsere Trennung nach wie vor in uns steckt, denn es hat sich nichts geändert. Sie ist immernoch so, wie sie immer war. Sie küsst irgendwie anders, das hat sie wohl von einem der Typen... Ihre Leichtfertigkeit hat sie jedoch behalten. Ich habe das Gefühl, dass sie sich nicht einmal annähernd so viele Gedanken macht, wie ich. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht, denn mit meinen ganzen Gedanken mache ich wohl auch nichts besser.
Auch die Art wie wir Prioritäten setzen hat sich nicht geändert. Ich setze sie, für mich ganz selbstverständlich, an die erste Stelle, sie mich hingegen irgendwo hinter Karriere und "Ich bin jung und will Spaß haben". Das macht mir Angst.
Kommentare darüber, wie blöd ich bin, dass ich das alles in Betracht ziehe und Kommentare darüber, wie blöd sie ist, dass sie zurück kommt, möchte ich bitte nicht allzuviele hören... Eine Entscheidung zu fällen, die auf Erfahrung und Logik basiert ist in so einem Fall schlecht möglich ... und wer einmal wirklich geliebt hat, kann das hoffentlich (noch) nachvollziehen.
Ich bin unentschlossen darüber, ob ich mich freuen soll und ob ich mich wieder so intensiv in all das fallen lassen soll, wie ich es bereits einmal tat und bitter enttäuscht wurde oder ob ich bereuen soll, dass ich meine Australienreise nicht ein paar Wochen früher gebucht habe. Seit ich vor ein paar Wochen in ihre leeren Augen gesehen habe, habe ich akzeptiert, dass es vorbei ist und ich bin gut damit gefahren.
Ich bin ein schwarz-weiß Maler, ich laufe ungerne in Grauzonen. Ziemlich schwarz siehts auf der einen Seite aus... Hass, Misstrauen, Angst und Schmerz ... auf der anderen Seite steht Liebe und die Erinnerung daran, wie es sein kann, wenn es gut ist. Dazwischen steh ich nun... voll von ängstlichem Misstrauen und der Gefahr die schlimmste Zeit meines Lebens erneut durchzuleben aber auch dem Wunsch, dass sich das beste, was in meinem Leben passiert ist, nun wiederholt.
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Donnerstag, 14. Februar 2008
Sie liebt mich.
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Freitag, 25. Januar 2008
Langsam ist es an der Zeit los zu lassen. Dieses Blog diente, auch wenn Kirchturmkandidaten ursprünglich gar nicht dafür vorgesehen war, irgendwie ein wenig dazu über all das hinweg zu kommen. Auch der Titel war zu mancher Zeit sehr passend. Es hat geholfen über das, was passiert war, zu schreiben. Das ganze Spektrum meines Verlustes konnte ich hier natürlich nie aufzeigen, zum einen weil ich das nicht wollte, zum anderen weil es ganz einfach unmöglich war das Erlebte in Worte zu fassen.
Nicht einmal mehr für die Fortsetzung hat es gereicht. Soviel sei jedoch schlussendlich noch verraten: Alle Hoffnungen, die ich mir gemacht hatte, wurden auf das Bitterste enttäuscht. Der Besuch war jedoch nicht umsonst, denn als ich bei ihr war, sah und fühlte ich, dass sie nichts mehr empfand. In einem kurzen Moment, sie auf mir liegend, ich sie umarmend, mit meinen Händen auf ihrem Rücken und ihre Haare in meinem Gesicht, schien das, was einst gewesen war, für einen kurzen Moment aufzuflackern. Anschließend war da jedoch nichts mehr, rein gar nichts.
In ihre Augen gesehen zu haben, um festzustellen, dass da nichts mehr ist, macht es wesentlich einfacher zu akzeptieren, dass es vorbei ist. Ich will nicht mehr über sie nachdenken oder über sie schreiben. Über all die Monate hinweg, in denen ich sie vermisst habe, fühlte ich mich, wie in einem Labyrinth gefangen. Nach all der Zeit und nach unendlichen Stunden des Nachdenkens, bin ich überall gewesen, in dem Labyrinth. Es gibt nichts Neues mehr zu entdecken, es gibt keine Lösung, keinen Ausgang. Es ist vorbei.
Was bleibt, sind Erfahrungen und Erinnerungen und auch wenn es seltsam klingt, dankbar bin ich für jede einzelne, sowohl für die guten als auch die schlechten. All das, was passiert ist hat mich stärker gemacht und mir gezeigt, wer ich bin. Wenn also zukünftig im Hintergrund ein Lied mit Querflötensolo läuft, dann denke ich zurück an sie. Meine erste wahre Liebe. Das wunderschöne, querflötespielende Mädchen mit einem schlammgrünen Haartuch in ihren blonden Haaren, welches perfekt zu ihren grünen Augen passt. Augen, die mich verliebt angesehen haben, liebend, verzweifelt, verletzt, flehend, hassend und zuletzt gleichgültig. Es ist vorbei.









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Donnerstag, 17. Januar 2008
An Weihnachten legte ich ihr ein Geschenk vor die Haustüre. Es war kein wirkliches Geschenk, es war vielmehr eine Erinnerung. Ich hab einen ziemlich ausgeleiherten, gemütlichen Pullover, den ich eher selten trage. Sie hingegen trug ihn öfter, vermutlich hat sie ihn sogar öfter angehabt als ich. Ich schenkte ihr also den Pullover zu Weihnachten mit einem Brief, an dessen Inhalt ich mich nicht mehr erinnern kann. Nichts bewegendes vermutlich, denn egal was ich in den letzten Monaten gesagt oder geschrieben habe, bewegt hat es nie etwas.
Einige Tage nach Weihnachten lag der Pullover wieder vor meiner Haustür, wiederum mit einem Brief von ihr. Sie schrieb irgendetwas davon, dass die zwei Jahre zwar schön waren, aber wir nicht das Beste daraus gemacht hätten und dass sie hofft, dass die Zeit alle Wunden heilt. Ich rief sie an und wir redeten. Bis Silvester telefonierten wir noch öfter, so auch am 31. Dezember. Sie sagte nur kurz, dass sie jetzt los müsse. Ich fuhr zu ihrem Haus, wo ein Typ (S. Nummer 2) auf sie wartete um sie abzuholen. Ich passte sie ab und wir standen in der Kälte, während ich mich einige Minuten mit ihr unterhielt. Ich kann mich nicht mehr an die Worte erinnern, die gesagt wurden, ich weiß nur noch, dass sie lachte, ein paar mal. Das was ich noch weiß ist, dass sie immer wieder antwortete, dass ich "In zwei Jahren nochmal wieder kommen sollte".
Die nächsten Tage telefonierten wir öfter und zweimal fuhr ich kurz zu ihr um mit ihr zu reden - sie ließ mich nicht rein, also liefen wir ein bisschen durch die Straßen. Neben Sätzen wie "Wenn du dann Bauingenieur bist und ich Hotelmanagerin, dann werd ich immer da arbeiten können, wo du gerade etwas baust" hörte ich auch Sätze wie "Es wird so schwer werden, es wird so fürcherlich schwer für uns werden".
Abends rief sie mich dann an und sagte: "Du wolltest doch die ganze Wahrheit hören, also nachdem wir uns getrennt hatten, habe ich nicht nur mit S. und S. Nummer 2 geschlafen sondern auch mit J. (J war vor ewigen Zeiten mal mein bester Freund und mit ihm hatte sie bereits einmal direkt zu Beginn unserer Beziehung mein Vertrauen missbraucht). Nungut, ich blind, wie immer, sah über alles hinweg, immerhin bin auch ich dem ein oder anderen Mädel etwas näher gekommen in den letzten paar Monaten.
Sie ging zurück nach Pirna und wir fingen an zu chatten und auch wenn sie vermutlich das Gegenteil behaupten würde, deutete doch alles darauf hin, dass wir es noch einmal versuchen würden von vorn beginnen würden. Total begeistert und überglücklich von der ganzen Situation wollte ich sie dann am Wochenende in ihrer Wohnung besuchen kommen, als Überraschung. Ich wusste noch aus der Zeit, als wir noch zusammen waren, dass sie mal gesagt hatte, dass die Wohnung direkt gegenüber eines Arztes für Geschlechtskrankheiten zu finden wäre. Als ich also Freitagnacht nach fünf Stunden Zugfahrt dort angekommen war, suchte ich die Stadt nach einem Arzt für Geschlechtskrankheiten ab, weil ich ihre Adresse nicht hatte. Irgendwann fand ich den Arzt dann auch, aber ich konnte ihr Haus trotzdem nicht finden. Weil mir kalt war und weil es schon recht spät war, rief ich sie dann an, obwohl mir das eigentlich nicht recht war, weil ich doch mit einer Flasche Wein in der Hand vor ihrer Haustür stehen wollte...
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Montag, 7. Januar 2008
Aus Fehlern lernen? Scheint nicht so mein Ding zu sein. Diesmal ist es meine Schuld. Ich hab viel zu schnell viel zu viel gewollt. Das erinnert mich an eine kleine Anekdote: Ein kleiner Junge war ungefähr sechs Jahre alt und im Garten seiner Eltern stand ein kleiner Hühnerstall. Eines schönen Tages rannten in dem Stall auch ein paar kleine gelbe Küken rum. Der Junge fand diese Küken so wunderbar, dass er sich damals eines gefangen hat und es dann ganz lang gedrückt hat. Als er es dann wieder in den Stall setzten wollte, war es tot. Er hatte es erdrückt. Genau das selbe habe ich wohl jetzt auch getan...
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Sonntag, 6. Januar 2008
Viel zu oft habe ich geschrieben, dass ich über sie hinweg bin, dass es mir wieder gut geht oder dass es mir mittlerweile egal ist. Manchmal hab ich es geschrieben um ihr damit weh zu tun oder um mich selbst davon zu überzeugen, meißtens jedoch hab ich es genau so aufgeschrieben, wie ich es gefühlt und gedacht habe. Dennoch bin ich oft in ein Loch gefallen, denn ich kann mich eben nicht so schnell über das hinweg trösten, was ich für das Beste Ereignis in meinem bisherigen Leben halte. Ich glaube, dass das irgendwie menschlich ist, also bin ich damit zu frieden. Ich will nun also nicht mehr schreiben, dass es mir wieder gut geht oder dass ich über sie hinweg bin.
Vielmehr glaube ich jedoch sagen zu können, dass ich auf eine bestimmte Art und Weise unten angekommen bin, denn egal was dieses Thema betreffend noch kommt, nichts kann mich noch wirklich treffen. Natürlich tut es noch weh, wenn sie mich schlecht behandelt oder wenn man von den verschiedenen Typen erfährt, mit denen sie seit uns im Bett war, aber es schockiert mich nicht mehr. Es zieht mich nicht mehr runter, denn ich scheine den Boden erreicht zu haben. Es hat sich eine gewisse Gleichgültigkeit eingestellt, zu all dem, was weh tut. Ich kann wirklich nicht sagen, ob es daran liegt, dass ich blind vor Liebe oder taub vor Schmerz bin oder ob sich über die Monate hinweg nun doch so etwas wie eine gewisse Distanz zu all dem aufgebaut hat, was einmal das wichtigste in meinem Leben war und selbst jetzt noch das Zentrum des selbigen darstellt.
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