Der überwiegende Teil der Kinder, die wir täglich fahren, ist ausländischer Abstammung. Das führt natürlich zum einen zu Kommunikationsproblemen, da die meißten kaum ein Wort Deutsch sprechen, zum anderen aber auch zu manchen unterschwelligen Kulturkonflikten.
Da wäre zum Beispiel die türkische Familie: Ich klingele jeden Morgen zur vereinbarten Zeit an der Wohnung, um die Kinder abzuholen und zur Schule zu fahren. Der Vater kommt dann nach wenigen Minuten auf den Balkon und beginnt sein allmorgentliches Geschrei, von dem auch die gesamte Nachbarschaft etwas hat (In östlichen Gefilden nennt man das ganze wohl auch Muezzin). Das Ganze geht dann so: "5 Minutte, noch 5 Minutte". Nach fünf Minuten kommt er dann wieder auf den Balkon und brüllt wieder "5 Minutte, noch 5 Minutte". Das Spielchen dauert mindestens eine halbe Stunde, manchmal hab ich aber auch schon mehr als eine Stunde gewartet. Am Anfang war ich noch ein wenig verstimmt darüber, mittlerweile setzte ich mich aber einfach ins Auto, stelle den Sitz in die Liegeposition und schlafe so lange, bis der Vater am Fenster klopft. Soweit so gut, da trifft die "deutsche" Pünktlichkeit auf den etwas lockeren Umgang mit derselbigen. Soweit habe ich auch noch kein großes Problem damit, denn das morgentliche Schläfchen kommt mir sehr gelegen und über das lustige Muezzinritual kann ich mittlerweile auch nur noch schmunzeln, da sich der Vater jeden Morgen mit "Entschuldige, ich verschlafe" entschuldigt. Etwas seltsam finde ich jedoch das nächste Ritual: Bevor der Vater die Kinder ins Auto steigen lässt, holt er jedesmal aus dem Briefkasten ein Fläschchen Parfum, besprüht damit seine Kinder von jeder Seite mehrmals und verstaut anschließen das Parfum wieder im Briefkasten. Wenn die Kinder dann ins Auto steigen, stinkt das ganze Auto binnen Sekunden wie ein orientalischer Männerpuff.
Spannend ist aber das Duftpendant, das die Kinder der Chinesen im Angebot haben, denn bei denen gibt es zum Frühstück wohl sehr häufig getrockneten Fisch, den sie dann manchmal auch noch mit ins Auto nehmen und daran nagen. Den Geruch kann man sich so ungefähr vorstellen. Nungut, das ist auch wieder so eine Sache, denn wenn die Chinesen eben gern getrockneten Fisch zum Frühstück essen, dann kann ich da nicht viel dagegen sagen. Was mich jedoch stört ist, dass sowohl die Kinder als auch die Eltern alle zwanzig Sekunden extrem eklige und auch laute Geräusche von sich geben. Es klingt ungefähr so, als ob sie sich ihren Rotz aus dem Hals in den Mund ziehen, dann damit ein wenig Gurgeln, anschließend den Brei in die Nase pressen um es dort mit anderen Körperflüssigkeiten zu vermengen und abschließend das ganze wieder herunter schlucken um mit dem Ganzen Spaß wieder von Vorne anzufangen. Demonstativ habe ich mich mal neben ein Kind gesetzt und ihm eine Minute lang ins Ohr gerotzt (also Geräuschkulissenmäßig) in der Hoffnung, dass es mit dem Rotzen aufhören würde, das Kind war aber nicht beeindruckt, ich glaube meine Provokation hat es gar nicht mitbekommen. Tränen treibt es mir jedoch erst in die Augen, wenn ich die Chinesen und die Türken in einer Tour fahren muss, denn dann gibt es eine Mischung aus Trockenfisch, Parfum und Gerotze.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild